Meine Puppen:

Detailverliebt. Großer Arbeits- und damit Zeitaufwand. Lohnt sich das? Nein. Aber es geht um die Sache. Und das sehe ich so seit annähernd 35 Jahren so. Ändert sich nach vorläufiger Schätzung auch nicht mehr. Verkäufliche Puppen fertige ich nur auf Auftrag an.

Materialien: Die Köpfe sind aus Modelliermasse, die sich nach der Trocknung wie Holz bearbeiten lässt. Das Innenleben der Körper besteht aus Schaumstoff, einer stabilisierenden Holzkonstruktion, an der auch Kopf, Arme oder Beine befestigt werden - und etwas Blei zur Bestimmung des Schwerpunktes.

Für die schmückenden Äußerlichkeiten kommen Felle, die ich in Form von Mantel-Spenden bekommen habe zum Einsatz, zunehmend auch Kunstfell. Ansonsten möglichst dünne Stoffreste oder Leder, damit die Beweglichkeit nicht beeinträchtigt wird.

Vögel erhalten ein Federkleid aus echten Federn, die auf dem Land recht leicht zu besorgen sind. Jede einzelne Feder wird - nach Reinigung - verklebt und zusätzlich aufgenäht. Überdies sorgen Pailletten und Perlen - ebenfalls vernäht - für Glitzereffekte.

Augen kann man kaufen. Allerdings passen sie nicht immer. Daher stelle ich sie mittlerweile für solche Fälle selber her. Damit die Figur in Bewegung kommt, ist sie an Nylonschnüren aufgehängt, die an einem Marionettenkreuz befestigt sind. Jede Puppe benötigt ihr spezielles Kreuz.

Weil ich neuerdings ein wenig LED-verrückt bin, ist eine Figur in Arbeit, die mit den kleinen Lämpchen bestückt werden soll. Mit Unterstützung von Lichtleitfasern soll eine "BORG"-Marionette entstehen. Star-Trek-Fans wissen, wovon ich spreche ...

Das war es so ziemlich.

Was ist eine Marionette?

Aus Wikipedia (Link): Eine Marionette ist eine Gliederpuppe, die von einem Marionettenspieler mit Hilfe von Fäden bewegt wird, die an den einzelnen Gliedern befestigt sind. Das Baumaterial war früher in der Regel Holz. Für die Köpfe wurde häufig Lindenholz verwendet, da es eine feine Maserung aufweist, weich genug ist um einfach bearbeitet zu werden, und hart genug um langlebig stabil und bruchfest zu bleiben.

Heute werden je nach Thema verschiedenste Materialien verwendet, Hart- und Weichschaum, Latex, Papier- oder Holzmaschee und vieles mehr. Im Gegensatz zu Handpuppen kann hier die ganze Figur dargestellt und bewegt werden, also auch der Unterkörper, bzw. die Beine, was eine naturgetreuere Darstellung der Figur zulässt. Außerdem kann der Spieler völlig verdeckt agieren, sodass nur die scheinbar eigenständige Figur für das Publikum sichtbar bleibt. Diese Umstände führten im 19. Jahrhundert zu einer Mode, Theaterstücke oder auch Opern unmittelbar auf die Marionettenbühne zu übertragen und "kleine Menschlein" handeln zu lassen, was weder den Stücken noch dem Medium Figurentheater gerecht wurde.

Die komplizierteste Marionette muss scheitern, verlangt man von ihr die Fähigkeiten eines Menschen. Direkte Handlungen wie z. B. Greifen, innige Umarmungen oder auch kraftvolles Zuschlagen in einer Rauferei liegen ihr ursprünglich nicht, da sie nur den Pendelgesetzen und der Schwerkraft gehorcht. Mit eigens dafür entwickelten Figuren sind natürlich auch solche Situationen zu bewerkstelligen, dann aber entwickelt sich das Spiel unter Umständen eher zur Artistik. Geht es dagegen um Indirektes und vor allem um Gestalten, die sich von der Schwerkraft lösen, ist die Marionette naturgemäß jedem Schauspieler überlegen.

Eine berühmte Marionette ist die Kinderbuchfigur Pinocchio. Eines der bekanntesten deutschsprachigen Marionettentheater ist die Augsburger Puppenkiste. Die älteste Marionettentheaterdynastie Deutschlands ist die Theaterfamilie Bille aus dem Erzgebirge (seit 1638), daneben gab es noch die Winters aus Schlesien, die Richters aus Thüringen und die Theaterfamilie Schichtl (deren Nachfahren noch als Varieté-Theater Schichtl auf dem Oktoberfest in München vertreten sind) aus Süddeutschland. Die Lindauer Marionettenoper, das Salzburger Marionettentheater und das Marionettentheater Schloss Schönbrunn führen Opern und Theaterstücke mit Marionetten auf. Große Tradition haben Marionetten insbesondere auch im Chinesischen Puppentheater und im Sizilianischen Puppentheater (Opera dei Pupi). Ein weiteres bekanntes Marionettentheater ist das Steinauer Marionettentheater; diese Bühne gehört zu den wenigen, die noch in traditioneller Form spielen.

Die ältesten Puppen stammen aus der ersten von insgesamt sechs Faust-Inszenierungen, aus der Nachkriegszeit. Denn dieses Theater zählt zu den ältesten Puppentheatern, die es noch gibt. Im Jahre 2004 wurde es 80 Jahre alt. Marionette im übertragenen Sinn [Bearbeiten]Eine lebende Person, die wie ein Werkzeug von anderen benutzt wird, bezeichnet man ebenfalls als Marionette. Eine Marionettenregierung wird von einer fremden (Sieger-)Macht eingesetzt und kontrolliert. Siehe auch: Strohmann, Drahtzieher, Marionettenstaat Romantik [Bearbeiten]Die Romantik, bzw. die Romantiker hatten eine Affinität zum Marionettentheater. Es faszinierte sie, dass man mit den Figuren scheinbar die Gesetze der Gravitation außer Kraft setzen konnte. So kam es zu dem bekannten Dahinschweben der Figuren, so wie es auch Feen, Elfen etc. in der Phantasie der Romantiker vermochten. Es wundert daher nicht, dass sie diese Theaterform favorisierten. http://de.wikipedia.org/wiki/Marionette